Instagram und TikTok für Friseure und Barbershops
Für Salons und Barbershops ist Instagram das Schaufenster: Neue Kundschaft sieht hier deine Arbeit, bevor sie bucht. Zeig regelmäßig echte Ergebnisse, mit Einwilligung der Abgebildeten und ohne fremde Musik.
Stand: 13.10.2026
Zahlen und Rechtsstand beschreiben die Lage im Oktober 2026 und sind keine Rechtsberatung. Änderungen: 13.10.2026 – Erstfassung. Nächste Prüfung: Januar 2027.
Dein Profil als Portfolio
Ein Profil sollte in wenigen Sekunden klären, was du machst, wo du bist und wie man einen Termin bekommt. Diese Punkte gehören hinein:
- Name mit Ort. „Friseur Köln Ehrenfeld“ statt nur des Salonnamens. Wer „Friseur Köln“ sucht, findet dich damit eher, so die Praxiserfahrung. Eine offizielle Aussage von Instagram dazu ist uns nicht bekannt.
- Bio mit Leistung, Ort und Buchung. Zum Beispiel: „Damen · Herren · Kinder | Köln-Ehrenfeld | Termin online ↓“.
- Buchungslink. Instagram erlaubt bis zu fünf Links in der Bio (seit April 2023, laut PetaPixel). Nutze einen für die Buchung und einen für das Impressum.
- Highlights. Preise, Team, Buchen, Bewertungen.
- Impressum. Ein Salon-Profil ist geschäftlich, es braucht ein Impressum nach § 5 DDG. Ein klar benannter Link unter der Bio genügt nach einem Urteil des OLG Hamburg vom 21.05.2026 (Einzelfall). Die Pflichtangaben stehen in Impressum auf Instagram, Facebook & Co..
- Professionelles Konto. Wer Posts über ein Tool wie companycore veröffentlichen will, braucht ein professionelles Instagram-Konto (Meta for Developers, abgerufen am 13.10.2026). companycore nennt in der App einen Instagram-Business-Account.
Vorher-Nachher: das Ergebnis zeigen
Ein Vorher-Nachher-Foto beantwortet die Frage „Kann die das?“ ohne Worte. Es wirkt nur, wenn die Bilder vergleichbar sind.
- Gleicher Winkel, gleiches Licht. Gleicher Platz am Stuhl, Kamera auf Augenhöhe, kein Blitz.
- Neutraler Hintergrund. Eine ruhige Wand, keine Regale mit Produkten und keine fremden Taschen im Bild.
- Karussell oder Reel. Im Karussell steht das Ergebnis auf Bild 1, Vorher und Zwischenschritte folgen. Im Reel zeigt ein Schnitt den Wechsel.
- Caption mit Leistung, Dauer und Ort. Zum Beispiel: „Balayage und Schnitt, dreieinhalb Stunden, Köln-Ehrenfeld.“
- Echt bleiben. Ergebnisse zeigst du nie mit KI-Bildern. Ein geschöntes Nachher kann irreführend sein (unsere Einordnung nach § 5 UWG, keine Rechtsberatung).
Kundenfotos: erst fragen
Wer erkennbar auf einem Foto zu sehen ist, muss der Veröffentlichung in der Regel zustimmen (§ 22 KUG). Im Salon heißt das: vor dem Foto fragen und die Antwort festhalten.
- Einwilligung dokumentieren. Am besten in Textform, zum Beispiel über ein kurzes Formular, das du als QR-Code am Spiegel anbietest.
- Minderjährige. Hier ist die Einwilligung der Eltern nötig.
- Widerruf ernst nehmen. Die Einwilligung ist nach DSGVO jederzeit widerrufbar. Dann nimmst du den Post offline, auch aus der Planung.
- Ohne Gesicht geht es auch. Haar von hinten, Farbverlauf im Detail, Hände mit Schere.
Für dein Team gelten dieselben Regeln, dort schriftlich oder elektronisch und getrennt vom Arbeitsvertrag. Alles Weitere steht in Fotos von Mitarbeitern und Kunden.
Musik in Reels: der teure Fehler
Die Musikbibliotheken von Instagram und TikTok sind für private Nutzung lizenziert. Ein Salon-Konto ist ein geschäftliches Konto, und „kommerziell“ wird weit ausgelegt (Osborne Clarke, 27.03.2026). Der Händlerbund berichtet von 5.300 € zuzüglich USt. für ein einzelnes Reel (Fall vom 31.07.2026), die Kanzlei WBS von 9.000 € Schadensersatz in einem Fall von Frommer Legal.
| Option | Gilt für | Hinweis |
|---|---|---|
| Meta Sound Collection | Facebook und Instagram | Lizenzfreie Musik und Sounds, die auch kommerziell nutzbar sind (laut Meta-Hilfe) |
| TikTok Commercial Music Library | Nur TikTok | Business-Konten sehen in der App nur „Commercial Sounds“. Die Bibliothek ist für Unternehmen kostenlos, „Premium“-Titel können laut Nutzungsbedingungen extra kosten (TikTok Ads Help, CML-Nutzungsbedingungen) |
| Lizenzmusik mit gewerblicher Social-Media-Lizenz | Die Kanäle, die die Lizenz nennt | Die Lizenz muss jeden Kanal abdecken, auf dem du den Clip zeigst |
| Eigene Stimme oder kein Ton | Überall | Keine fremden Rechte betroffen |
Ein Creator-Konto löst das Problem nicht: Die Musikbibliothek für Creator ist keine kommerzielle Lizenz. Und derselbe Clip auf Instagram, TikTok und YouTube braucht Ton, der überall erlaubt ist, denn eine plattformgebundene Bibliothek deckt die anderen Kanäle nicht ab. Alles dazu in Musik in Reels und TikToks.
Alte Reels prüfen
Liegt schon ein Reel mit Trend-Song online, archivierst du es oder lädst es ohne Ton neu hoch. Kommt eine Abmahnung, unterschreibst du nicht vorschnell, sondern lässt sie anwaltlich prüfen. Das ist keine Rechtsberatung.
Salon-Konto oder Stylist:in als Creator?
Beides hat seinen Platz. Ein Salon-Konto bleibt beim Betrieb, wenn jemand geht: Buchungslink, Impressum, Bewertungen und Team stehen an einem Ort. Das persönliche Konto einer Stylistin bindet Kundschaft an die Person, gehört aber auch ihr. Geht sie, nimmt sie ihre Follower mit.
Unsere Empfehlung für den Start: ein Salon-Konto, auf dem das Team vorkommt. Für alle im Bild brauchst du eine Einwilligung. Scheidet jemand aus, nimmst du die Bilder im Zweifel offline. Ob Business oder Creator: An der Musikregel ändert das nichts.
Buchung und Bewertungen
- Buchungslink in die Bio und ein Highlight „Buchen“, das in zwei Sätzen erklärt, wie man einen Termin bekommt.
- Google-Profil vollständig halten und auf Bewertungen antworten, ohne Kundendaten zu nennen. In einer US-Umfrage (BrightLocal 2026, n=1.002) lesen 97 % Bewertungen, bevor sie einen lokalen Anbieter wählen. Für Deutschland haben wir keine vergleichbare Zahl.
- Bewertungen als Post. Text unverändert lassen, Quelle nennen, Name und Profilbild nur mit Einwilligung zeigen.
- Keine Bewertungen gegen Rabatt. Das LG Hildesheim hat am 28.12.2021 (11 O 12/21) einen 50-€-Gutschein für Google-Bewertungen untersagt. Gefälschte oder in Auftrag gegebene Bewertungen verbietet das UWG (Anhang Nr. 23c).
companycore beantwortet keine Bewertungen und veröffentlicht nicht in dein Google-Profil. Beides erledigst du direkt bei Google.
Lohnt sich TikTok für den Salon?
TikTok erreicht in Deutschland wöchentlich 20 % der Menschen ab 14 Jahren, bei den 14- bis 29-Jährigen etwa jede zweite Person (ARD/ZDF-Medienstudie 2025). Ist deine Kundschaft jung, etwa in einem Barbershop, ist ein Versuch sinnvoll. Zwei Dinge klärst du vorher. Business-Konten sehen in der TikTok-App nur die „Commercial Sounds“. Und einen klickbaren Link im Profil gibt es laut TikTok-Hilfe erst ab 1.000 Followern oder mit einem verifizierten Business-Konto (Hilfetext nur über Auszüge geprüft, bitte in deinem Konto nachsehen). Ohne klickbaren Link ist fraglich, ob dein Impressum „unmittelbar erreichbar“ ist.
Wochenplan und 30 Post-Ideen
Drei Posts pro Woche sind ein guter Start. Als Orientierung gelten 3 bis 5 Instagram-Posts pro Woche (Buffer, August 2025, Korrelation), Details in Wie oft sollte man als Unternehmen posten?.
| Tag | Post | Was du dafür brauchst |
|---|---|---|
| Dienstag | Vorher-Nachher als Karussell | Foto am Stuhl, Einwilligung der Kundin oder des Kunden |
| Donnerstag | Pflegetipp oder Produkt erklärt | Ein Foto und drei Sätze |
| Freitag | Freie Termine für die nächste Woche | Ein Foto vom Salon |
Ergebnisse zeigen
- Farbveränderung. Vorher-Nachher mit gleichem Winkel und gleichem Licht.
- Schnitt der Woche. Eine Detailaufnahme von hinten.
- Farbverlauf in drei Schritten. Ansatz, Aufhellung, Ergebnis als Karussell.
- Frisur zum Anlass. Hochsteckfrisur für Abschlussball oder Hochzeit, mit Hinweis, wann man buchen sollte.
- Bartpflege vorher und nachher. Für Barbershops: Konturen, Länge, Pflegeprodukt.
- Kinderschnitt. Nur mit Einwilligung der Eltern, am besten von hinten.
Wissen weitergeben
- Pflegetipp der Woche. Ein Tipp, eine Anwendung, ein Foto.
- Produkt erklärt. Was in der Kur steckt und für wen sie passt.
- Haartyp erkennen. Drei Merkmale, an denen man ihn sieht.
- Wie oft zum Nachschneiden? Deine Antwort für kurzes, langes und coloriertes Haar.
- Mythos oder Fakt. Eine Frage, die du ständig hörst, mit deiner Antwort.
- Nach dem Färben richtig pflegen. Die ersten drei Tage zu Hause.
Salon und Team
- Team-Steckbrief. Name, Spezialität, Lieblingsprodukt, mit Einwilligung.
- Ein Tag im Salon. Vom Aufsperren bis zum letzten Termin, als kurzes Video.
- Azubi-Start. Erste Woche, erste Frage, erster Schnitt am Übungskopf.
- Fortbildung oder Messe. Was du mitgebracht hast und ab wann du es anbietest.
- Werkzeug-Favorit. Schere, Föhn oder Rasierer, und warum.
- Jubiläum oder Umbau. Wie der Salon früher aussah.
Termine und Angebote
- Freie Termine. Jeden Freitag für die nächste Woche.
- Kurzfristig frei geworden. Ein Termin am Nachmittag, wer zuerst schreibt, bekommt ihn.
- Neue Leistung. Was es ist, was sie kostet, wie man bucht.
- Gutschein zum Muttertag oder zu Weihnachten. Mit Ablaufdatum und ohne Kleingedrucktes.
- Betriebsferien. Wann du schließt und ab wann wieder gebucht werden kann.
- Preisliste. Eine Grafik mit allen Preisen, den Text zusätzlich in der Caption.
Community und Bewertungen
- Bewertung der Woche. Unverändert und mit Quelle.
- Frage an die Follower. Welche Farbe im Herbst: Kupfer oder Schokobraun?
- Kundin der Woche. Nur mit Einwilligung.
- Lokaler Tipp. Das Café nebenan, in dem die Kundschaft wartet, während die Farbe einwirkt.
- Danke-Post. Nach einem Jubiläum oder einer runden Zahl an Bewertungen.
- Lieferung ausgepackt. Neue Produkte im Regal.
Mit companycore
Unter Backstage › Models legst du ein KI-Model von dir an und wählst es im Visual Designer beim Posting-Typ Foto unter Person, zum Beispiel für Ankündigungen mit deinem Gesicht (Models und KI-Double). Bilder mit deinem Model sind KI-Bilder: Sie tragen das Label KI-GENERIERT (siehe KI-Kennzeichnung in companycore) und gehören nicht in Vorher-Nachher- oder Ergebnis-Posts. Produkte wie Kosmetik & Pflege und einen Ort für deinen Salon pflegst du unter Backstage › Produkte und Backstage › Umgebungen. Willst du den Ort in jeder Caption, sagst du core im Postgenerator: „merk dir: …“.
Häufige Fragen
Brauche ich als Friseur ein Instagram-Business-Konto?
Wenn du Posts über ein Tool planen willst, ja: Veröffentlichen per Schnittstelle geht nur mit einem professionellen Konto (Meta for Developers). companycore nennt in der App einen Instagram-Business-Account.
Darf ich Kundenfotos ohne Einwilligung posten?
In der Regel nicht. Wer erkennbar ist, muss zustimmen (§ 22 KUG), bei Minderjährigen die Eltern. Fotos ohne Gesicht, etwa Haar von hinten oder Hände mit Schere, kommen ohne aus. Das ist keine Rechtsberatung.
Darf ich Trend-Songs in meinen Reels nutzen?
Mit einem Salon-Konto in der Regel nicht: Die Bibliotheken sind für private Nutzung lizenziert. Nimm eigene Stimme, die Meta Sound Collection oder Lizenzmusik. Mehr in Musik in Reels und TikToks.
Wie oft sollte ein Salon posten?
Als Orientierung 3 bis 5 Instagram-Posts pro Woche (Buffer, August 2025, Korrelation, keine Garantie). Drei Posts pro Woche, die du durchhältst, sind ein guter Start.
Darf ich Kundschaft Rabatt für eine Bewertung anbieten?
In der Regel nicht. Das LG Hildesheim hat 2021 einen 50-€-Gutschein für Google-Bewertungen untersagt (11 O 12/21), gefälschte oder in Auftrag gegebene Bewertungen verbietet das UWG (Anhang Nr. 23c). Bitte freundlich um eine Bewertung, ohne Gegenleistung. Das ist keine Rechtsberatung.
Kann companycore auf mein Google-Profil posten?
Nein. companycore veröffentlicht auf Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok und YouTube Shorts. Das Google-Profil pflegst du direkt bei Google.
Quellen
- Media Perspektiven: ARD/ZDF-Medienstudie 2025, Social Media zwischen Wachstum und Sättigung, 2025 (Primärquelle)
- Buffer: How Often Should You Post on Instagram, 13.08.2025 (Anbieter-Studie, Korrelation)
- PetaPixel: Instagram Now Lets Users Have Five Links in Their Bio, 18.04.2023 (Sekundärquelle)
- Meta for Developers: Instagram Platform Overview, abgerufen am 13.10.2026 (Primärquelle)
- § 5 DDG (Primärquelle)
- RA Mauritz: Instagram-Impressum, OLG Hamburg bestätigt, 06.08.2026, zu OLG Hamburg vom 21.05.2026, 15 U 99/24 (Sekundärquelle)
- § 22 KUG (Primärquelle)
- Osborne Clarke: Use of music on social media platforms, 27.03.2026 (Sekundärquelle)
- Händlerbund: 5.300 Euro für ein Reel, Musiknutzung teuer, Fall vom 31.07.2026 (Sekundärquelle)
- WBS: Musiknutzung auf Instagram, Frommer Legal mahnt Unternehmen ab (Sekundärquelle)
- Meta Business-Hilfe: Zugriff auf die lizenzierte Musikbibliothek, abgerufen am 13.10.2026 (Primärquelle)
- TikTok Ads Help: Commercial Music Library, abgerufen am 13.10.2026 (Primärquelle)
- TikTok: Commercial Music Library User Terms, abgerufen am 14.10.2026 (Primärquelle)
- TikTok Support: Website-Link im Profil, abgerufen am 13.10.2026 (offizielle Hilfeseite, Inhalt nur über Suchauszug geprüft)
- BrightLocal: Local Consumer Review Survey 2026 (Anbieter-Studie, US-Stichprobe, n=1.002)
- UWG, Anhang zu § 3 Abs. 3 (Primärquelle)
- 123recht: LG Hildesheim verbietet finanzielle Anreize für Google-Bewertungen, 28.12.2021, 11 O 12/21 (Sekundärquelle)
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